Zum Inhalt springen
Trainingslager 2026 im Schwarzwald

Trainingslager 2026 im Schwarzwald

20. August 2026 · Dominik Lübben

Letzte Woche waren wir im Schwarzwald auf dem Trainingslager, zusammen mit Renshi Albert Schneider und seinen Schülern aus dem Phoenix Dojo Elzach. Diese sind auch die Ausrichter des Trainingslagers und wohnen nicht so weit weg, entsprechend mehr Leute waren aus dem Süden Deutschlands dabei. Trotzdem bin ich froh, dass auch aus unserem Dojo dieses Jahr deutlich mehr Schüler die Zeit und Lust gefunden haben an einem solchen Lager teilzunehmen. Auch ich bin diesmal das erste Mal als Sensei dabei gewesen, da ich letztes Jahr leider nicht frei bekommen habe.

Die Hütte auf dem Berg war nicht besonders komfortabel aber für den Zweck völlig in Ordnung. Ein riesen Dank geht an dieser Stelle auch an Jenny und Ruth, die für das leibliche Wohl gesorgt haben. Auch Allergien und Veganismus wurden berücksichtigt. So war es das erste Mal, dass ich mich ausschließlich vegan ernähren musste. Umso mehr habe ich mich auf das Grillen zum Abschluss gefreut, aus dem wurde aber leider nichts, da aufgrund erhöhter Brandgefahr leider offene Feuer verboten waren und der Herd in der Hütte nicht genug Leistung hergab, um darauf zu grillen.

Genug von Essen, wie war denn das Training? Ich würde sagen, es war intensiv. Jeden Morgen um 6 Uhr hat Sensei Albert ein Frühsportprogramm abgespult, bestehend aus Atemübungen, Lockerungsübungen und am Schluss mit der „10er Form“, einer Form aus dem Chi-Gong die sämtliche Muskeln lockert und die Energie für den Tag aktiviert. Jeden Morgen gab es also das selbe? Nicht ganz, Mittwoch durfte Jonas, ein Dan-Träger von Albert, den Frühsport übernehmen und der hatte es in sich. Da war nichts mit ruhigen Atemübungen oder Chi-Gong, es wurde gerannt, im Kreis und andere fordernde Übungen gemacht.

Abends gab es dann immer das Chi-Gong als eigene Einheit. Um 20 Uhr stand die chinesische Energiearbeit auf dem Plan, und nicht nur, dass man in seine „Leber lächeln“ sollte, man sollte auch noch laut lachen. Aus dem Bauch heraus, aus dem Herzen heraus und aus dem Knochen heraus. Was einigermaßen in Ordnung ist, wenn man unter sich ist, wurde schnell leicht peinlich, als Schaulustige, die die partielle Sonnenfinsternis von ganz oben mit freier Sicht erleben wollten daneben standen, aber wir wurden ohnehin schon für verrückt gehalten, da kam es darauf auch nicht mehr an.

Am Donnerstag-Abend habe ich die Gelegenheit genutzt mich ebenfalls einzubringen und habe mit allen eine Meditation zu eben dieser Sonnenfinsternis gemacht. Die Energien waren auch einen Tag danach noch frisch, außerdem hat die Sonnenfinsternis eine Periode aufgestoßen zwischen Sonnen- und Mondfinsternis Ende August.

Zwischen Frühsport und Chi-Gong gab es mehrere Trainingseinheiten, zwei am Morgen und eine am Nachmittag. Eigentlich sollte die zweite nicht morgens, sondern nach dem Mittagessen stattfinden, aufgrund der enormen Hitze haben wir dies aber geändert. Albert und ich haben uns die Einheiten fair aufgeteilt, mal habe ich zwei Einheiten gemacht, mal er.

Ich durfte am Montag direkt anfangen mit der ersten Einheit, dafür habe ich die Schüler auf die Burg joggen lassen, ein recht kurzer aber doch steiler Weg. Großen Respekt von mir an die Schüler, die diese erste Prüfung am ersten richtigen Tag des Trainingslagers ohne Wenn und Aber durchgezogen haben. Natürlich sind Albert und ich mit dem Auto nach oben gefahren, wir haben so etwas aber auch Jahre lang vorher gemacht und wissen, wie schwer solche Aufgaben, insbesondere bei starker Hitze zu bewältigen sind. Daher, großes Bravo!

Albert bat mich seinen Schülern eine Kata zu vermitteln, die er nicht kennt und die demzufolge auch seine Schüler nicht kennen können. Ich habe mich für Naihanchi Shodan entschieden. Die Shidokan Version der Kata, die in so ziemlich jedem Karatestil auf die eine oder andere Weise existiert habe ich damals von Seikichi Iha in Michigan gelernt. Sie ist Teil des Lehrplans im Kiryoku Dojo, aber nicht im Phoenix Dojo. Die Schüler von Albert lernten die Kata schnell, manche brauchten natürlich etwas länger.

Danke an Andreas, Felix und Robert, die die Kinder auch gesondert noch an der Kata unterrichtet haben. Naihanchi war Lehrgegenstand das gesamte Trainingslager über und musste dann am Samstag vor Abreise noch den Eltern vorgeführt werden.

Albert hat meinen Schülern im Gegenzug seine „31er-Form“ beigebracht. Eine Jo-Kata deren richtiger Name weder Albert noch mir bekannt ist, aber darauf kommt es ja nicht an. Albert nennt sie „31er Form“ weil sie aus 31 einzelnen Jo-Techniken besteht. Soweit, so logisch. Und jeder weiß was damit gemeint ist.

Die 31er-Form ist eine willkommene Ergänzung in unserem Waffentraining, da mir eine Jo-Kata bisher gefehlt hat. Daher werden wir diese Kata auch weiterhin im normalen Waffentraining trainieren. Sie befindet sich auch bereits im Mitgliederbereich in der Videothek zum Selbstlernen.

Ein besonderes Highlight war am Mittwoch der Besuch des Großmeisters Hanshi Michael Franki. Der Nachfolger von Soke Heinz Köhnen als Stiloberhaupt im Goshinryu-Kempo und Tamashii-Ryu hat dann noch einmal Feuer in das ohnehin schon heiße Trainingslager hineingebracht. Albert und ich sind ja eher die geerdeten Typen, insofern für viele eine willkommene Abwechslung.

Damit die längeren Pausen zwischen den Trainings nicht zu langweilig sind und sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sommercamps mit dem Karate noch genauer auseinandersetzen haben wir den Gruppen die Aufgabe gegeben sich erstmal einen Namen zu geben und dann eine Kata zu entwickeln, die zu ihrem Namen passt. Da gab es die Gottesanbeterinnen, die Samurais, Phoenixe und die Tiger. Spannende und einzigartige Stile innerhalb des Karate und Kung Fu Spektrums, die wenig bis gar nicht von uns in dieser Tiefe unterrichtet werden. Entsprechend freue ich mich, dass sich die Gruppen mit Hilfe von KI und anderen Internettools in die Materie eingearbeitet und gute Ergebnisse gebracht haben.

Das Trainingslager war zu schnell vorbei, aber nach dem Traininglager heißt es ja, ist vor dem Trainingslager insofern hoffe ich, dass wir uns 2027 in noch größerer Zahl zu einem neuen Trainingslager treffen, den Zusammenhalt über die Dojos hinweg festigen und von- und miteinander lernen.

1 Kommentar

  1. Es war wirklich sehr schön und intensiv: Für Körper, Geist und Seele. Ich konnte viel für mich mitnehmen und habe ebensoviel von den Anderen gelernt. Die Abende beim kühlen Getränk und Kartenspiel haben auch ihr übriges für den Teamgeist getan. Vielen Dank an alle die dort waren und hoffentlich bis zum nächsten Jahr 🥋