7 Tugenden der Samurai

Hier einmal der Versuch den Bushido-Kodex, bzw. die 7 Tugenden der Samurai aus der blumigen Sprache herauszulösen und etwas verständlicher zu machen.


 Mut
 
Entsprechend dem Bushido, dem Weg des Kriegers kannst du nur frei sein, wenn du mutig bist. Es ist der Mut, der es einem ermöglicht, frei zu leben, ohne die Fesseln, die die Angst dir anlegt. Mit Mut meint man hierbei keine blinde Verwegenheit. Wahrer Mut muss stets von Intelligenz und Stärke begleitet sein. Angst existiert, aber wir dürfen uns nicht von ihr überwältigen lassen. Stattdessen sollten wir sie durch Vorsicht und Respekt ersetzen. Nur so kann echter Mut entstehen. sucht Mut, um zu handeln, vor allem, um große Dinge zu tun.
  Für viele Taten in unserem Leben brauchen wir diesen Mut, um unser Persönlichkeit herauszustellen, unsere Meinung und unseren Standpunkt zu vertreten, unbekannte Aufgaben zu bewältigen.


 Höflichkeit
 
Auf dem Weg des Kriegers sind mit Höflichkeit nicht einfach eine Reihe von freundlichen Gesten oder guten Manieren gemeint. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Tugend, die eng mit dem Respekt für andere verbunden ist, auch wenn es sich bei ihm um einen Feind handeln sollte.
  Höflichkeit basiert vor allem auf der Rücksicht anderen Menschen gegenüber, unabhängig von den Umständen. Das bedeutet, nicht grausam zu sein und unnötige Demonstrationen von Macht oder Stärke abzulehnen. Es ist eine Tugend, die Charakter und innere Stärke zeigt.
  Intrigen, Neid, Hinterlistigkeit etc. (heute könnte man darunter auch Mobbing verstehen) zeugen von niederem Charakter, da die Höflichkeit und der damit verbundene Respekt fehlt.


 Mitgefühl
 
Die Stärke und die Kraft, die wir in uns tragen, soll zum Wohl aller Menschen genutzt werden. Dies zeigt der Weg des Kriegers, der auch auf Solidarität aufbaut.
  Mitgefühl ist nicht nur ein Gefühl, es muss auch in konkrete Handlungen umgesetzt werden. Wann immer du jemandem helfen kannst, solltest du es auch tun. Und wenn sich die Möglichkeit nicht ergibt, jemandem zu helfen, muss man in die Welt hinausgehen und gezielt nach solch einer Möglichkeit suchen.


 Gerechtigkeit
 
Der Weg des Kriegers besagt, dass Gerechtigkeit nicht halbherzig betrieben werden kann. Nach dieser uralten Weisheit gehen wir in dem, was wir als Recht oder Unrecht definieren, davon aus, was wir als Wahrheit verstehen. Das Rechte wird belohnt werden und das Unrechte bestraft.
  Fair zu sein heißt, immer recht zu handeln. Unser Verhalten sollte dabei nicht davon abhängen, was andere sagen, sondern nur von uns selbst. Jeder weiß tief in seinem Herzen, was recht ist und was nicht. Man soll nur dem Licht folgen, das von einem selbst ausgeht.
  Dies ist sehr schwierig zu verstehen, da es unterschiedliche Auffassungen von Gerechtigkeit gibt. Grundlage war gleiches gleich zu behandeln und ungleiches ungleich.


 Loyalität
 
Was jemand tut oder sagt, ist ein Teil seines Charakters. Deshalb sind die Konsequenzen auch immer unsere eigenen. Es gilt daher, Verantwortung zu verinnerlichen, bevor man handelt oder etwas zum Ausdruck bringt. Man könnte es auch mit Karma -Ursache und Wirkung – bezeichnen.
  Loyalität bedeutet vor allem Loyalität sich selbst gegenüber. Die Fähigkeit, konsistent oder kohärent zu sein. Insofern ist es auch eine Verpflichtung, auf Taten und Worte zu reagieren. Loyalität wohnt nur in den Stärksten und Edelsten.
  Das Wort und die Aufrichtigkeit
  Für den Samurai hat das Wort einen immensen Wert. Man spricht nicht einfach, nur um zu sprechen. Deshalb sind im Weg des Kriegers die Worte den Taten auch gleichgestellt. Wenn etwas gesagt wird, wird es so wahrgenommen, als hätte man es schon gemacht.
  In dieser Philosophie wird der Wert eines Versprechens eliminiert. Versprechen sind hier nicht notwendig. Es genügt, zu sagen, dass etwas unternommen wird, damit das Gegenüber weiß, dass es getan wird. Das ist nur möglich unter diejenigen, die völlig ehrlich zu sich selbst und zu anderen sind.


 Die Ehre
 
Laut dem Weg des Kriegers ist die größte aller Tugenden die Ehre. Ehrbar zu sein heißt, mit Rechtschaffenheit zu handeln, unabhängig von den Umständen. Erfülle deine Pflicht und halte dich an die Werte, ohne zu berücksichtigen, ob diese von anderen vertreten werden oder nicht.
  Ehre ist mit dem Respekt für sich selbst verbunden. Dieser beinhaltet, nicht in unmoralisches oder verabscheuungswürdiges Verhalten zu verfallen. Ehre ist in dieser Philosophie so wichtig, dass der Samurai, der den einzigen Weg verliert, Wiedergutmachung nur dadurch erlangen kann, dass er sich das Leben nimmt.
  Das Interessanteste am Weg des Kriegers ist, dass die Werte, die dieser ethische Kodex beschreibt, noch immer Gültigkeit haben, obwohl er so alt ist. Die Welt würde ganz anders aussehen, wenn wir in jedem Konflikt oder bei jeder Konfrontation diese wertvollen Prinzipien der Samurai anwenden würden.

de_DEDeutsch